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Gedanken zum Tag:

1. Februar
1.Mose 9,9-17; Hosea 11,9
»Und wenn es kommt, daß ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch … Die Flut soll nicht noch einmal über die Erde hereinbrechen.« Der Bogen, den Gott als Zeichen gab, hat die Wolken nicht aufgehoben, er erscheint in den Wolken denen, die aus dem Gericht für eine neue Zukunft gerettet sind. Gnade statt Gericht! Gnade statt Leistung! Wo es später zu einem Bund Gottes kam mit den Menschen, war die Grundlage immer die Gnade Gottes. »Aus Gnaden seid ihr gerettet worden« (Eph. 2,5.8.9; Röm. 3,24; 5,20). Der Bogen in den Wolken ist bis heute das Zeichen von Gottes Gnade und seiner unwandelbaren Treue. »Die Gnadenerweisungen des Herrn will ich ewiglich besingen … Und zwar sage ich: Auf ewig wird die Gnade gebaut, in den Himmeln bestätigst du deine Treue« (Ps. 89,14.15.25.29.34.35; 13,6; 33,18-22). Trotz schlimmer Katastrophen, die seit jenem Versprechen Gottes über unseren Globus hereingebrochen sind, trotz tragischer Nöte, die die Welt noch überfluten werden (Matth. 24,6-8.21), dürfen Menschen, die sich Gott anvertraut haben, zuversichtlich bleiben und sich an Gottes Treue stärken. Wie kann das praktisch geschehen? Erster Impuls: Wir stärken uns an Gottes Treue, indem wir ihm danken (Ps. 103,2ff; Hiob 35,10) und seinem Wort mehr glauben als allen niederschmetternden Erfahrungen (1.Kor. 10,13). Zweiter Impuls: Wir stärken uns an Gottes Treue, indem wir uns vor Kurzsichtigkeit hüten. Die unzerbrechliche Treue Gottes darf nicht verwechselt werden mit einer Toleranz, die Fünfe gerade sein läßt. Wir haben nicht immer eine Erklärung für hartes, leidvolles Erleben und die katastrophalen Einbrüche ins Weltengefüge. Dritter Impuls: Wir stärken uns an Gottes Treue, indem wir uns darin üben, auf sein Wort zu hören. Hören und tun macht mutig, standhaft und beweglich (Lies Klagel. 3,21-25; 4.Mose 23,19; 2.Tim. 2,13).


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2. Februar

1.Mose 17,4-8; Psalm 105,8-10
»Siehe, ich bin der, der im Bund mit dir steht.« Wir haben uns schon an die Bundesschließungen Gottes mit Abraham, mit Mose, mit David erinnert. Vom Bund des Friedens spricht Jesaja: »Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.« Hosea sagt von dem Bund: »Ich will mich mit dir verloben in alle Ewigkeit, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit, in Gnade und Barmherzigkeit. Ja, in Treue will ich mich dir verloben.« Alle diese Worte sind auch zu uns gesprochen. Hesekiel erwähnt den Bund Gottes: »Ich machte einen Bund mit dir, du wurdest mein« (Jes. 54,9.10; Hes. 16,8.14; Hos. 2,20.21; Jer. 33,19-22). Der Bund der Neuschöpfung: »Das ist der Bund, den ich mit ihnen machen will nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich es geben, und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeiten will ich nie mehr gedenken.« (Lies Hebr. 8,8-13.) Niemand kann Gottes Pläne durchkreuzen und seine Treue stürzen. Wer in seinen Bund eingetreten ist, der ist darin geborgen für Zeit und Ewigkeit. Wie wunderbar leuchtet Gottes Treue-Zusage über einem solchen Leben: »Dieses weiß ich, daß Gott für mich ist!« (Lies Joh. 5,24; 6,39; 10,28-30.) Gott erwartet nichts, was er nicht gibt. Das Zeichen des Bundes in den Wolken soll uns immer daran erinnern, daß Gott einen Bund mit uns gewollt hat und daß ihm dafür das Blut Jesu nicht zu teuer war. »Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?« (Röm. 8,31-39).


3. Februar
Hiob 37,21; Psalm 94,19
»Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt.« Wie kommt ein Regenbogen zustande? Zwei Dinge sind Voraussetzung dafür: Wolken und Sonne. Wo Wolken sind und die Sonne sich in den einzelnen Wassertropfen bricht, entstehen diese leuchtenden Farben. Je mehr Wassertropfen in den Wolken sind, desto intensiver leuchtet der Regenbogen. Das weiße Sonnenlicht wird an den Wassertropfen gebrochen und reflektiert. Da die einzelnen Spektralfarben unterschiedlich stark gebrochen werden, entsteht aus einem dünnen weißen Lichtstrahl das breite Farbenband des Regenbogens. Franz Delitzsch schreibt: »Der Regenbogen ist der der Triumph der Sonne über die Fluten. Sonnenglanz, Lichtglanz, hineingebrannt in die Regenwolken zum Zeichen ihrer Unterwerfung, zum Zeichen der Beschirmung alles Lebendigen durch die Macht der Sonne oder vielmehr durch das Erbarmen Gottes.« (Lies Ps. 66,10-12; Röm. 5,3-5a; 8,18; 1.Petr. 4,12-16.) »Einen Augenblick habe ich mein Angesicht verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich über dich erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser.« »Denn der Herr vestößt nicht ewig, sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.« (Lies Ps. 30,12.13; 103,8-13; 40,1-4a.) Es soll uns neu deutlich werden, daß der Regenbogen über der Erde uns zum Vertrauen lenken will. Dieses Zeichen Gottes am Himmel sagt uns, daß wir ihm in allen Lagen vertrauen dürfen, weil sein Bund mit uns für immer besteht. »Ich will deiner nicht vergessen!« »Es ist kein Gott wie der Gott Jeschuruns, der am Himmel daherfährt dir zur Hilfe und in seiner Hoheit auf den Wolken. Zuflucht ist bei dem alten Gott und unter den ewigen Armen« (Jes. 49,15.16; 5.Mose 33,26.27a).

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4. Februar
1.Mose 9,12-17; Psalm 126,1-3
»Und wenn es kommt, daß ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch.« Gott denkt an uns, wenn Wetterwolken unser Leben dunkel machen. Im Dunkel der Angst, im Leid, in einer Wolke des Mißfallens oder der Ablehnung, im Sturm, gerade da vergißt er den Bund nicht, den er mit uns geschlossen hat. (Lies Jes. 41,10-13; Ps. 145,18.19.) Was für dunkle Wolken verdunkeln unseren Himmel, sind Ursache unserer Tränen? Der Bogen spricht vom Sieg der Sonne über dem Wolkendunkel. »Auch wenn du sagst, du sehest ihn nicht, so liegt die Sache doch vor ihm; warte du nur auf ihn« (Hiob 35,14; lies Ps. 80,2-4; Jer. 31,16-20). Ist es nicht oft so, daß die schweren Tropfen des Schmerzes auf unsere Seele fallen, ehe wir erfahren, was Gott uns ist? Eine junge Frau, deren Mann schwer erkrankte, gab ihre Erfahrungen weiter: »Die erste Diagnose erfuhr ich von meinem Mann, der mich mit der festen Gewißheit tröstete, daß wir in Gottes guten Händen seien … Ich habe heimlich viel geweint und mit Gott geredet und ihm Fragen gestellt … Was sich herauskristallisierte, war eine ungeheure Befreiung, jetzt ganz von Gott und seinem Eingreifen abhängig zu sein … Die Begegnungen mit dem lebendigen Gott in den drei Jahren der Krankheit meines Mannes waren so, daß ich zurückschauend staunend bekennen kann: ›Wenn Gott da hindurch führen konnte, und zwar so, daß ich körperlich, seelisch und geistlich so gut überlebt habe, dann brauche ich keine Angst mehr zu haben. Gott selbst, so wie er wirklich ist, wurde mir zum tragenden Fundament für einen neuen Anfang. Er ist mein Trost, und er hat mir neue Perspektiven gezeigt.« Wenn wir Gott in unseren Kummer hineinnehmen, werden wir die Schätze seiner Liebe und Gnade entdecken. Der Vater weiß um unsere Bedürfnisse und hat sich mit uns verbündet. (Lies Röm. 8,32; Ps. 37,5.39.40a.)

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5. Februar
Offenbarung 4,2.3; Markus 16,19
»Ein Regenbogen war rings um den Thron.« »Der Christ mag in Versuchung kommen, mutlos zu werden, in Formenwesen zu erstarren und in eingefahrenen Geleisen zu verderben. Der aber, der uns Leben versprochen und Verheißungen gegeben hat, ist treu. Er wird ausführen, was er gesagt hat. Ist es Nacht um dich? Blicke auf! Sieh den Bogen am Himmel stehen. Sieh ihn über den Wolken, die dir so schwer und bedrohlich erscheinen. Sieh auf den Himmelsbogen, der dir sagt: Gott bleibt treu, auch wenn wir untreu werden. Er hat einen Bund mit uns gemacht, er hält sein Wort. Er kommt zu uns, sobald er sieht, daß wir uns beugen und bußfertig sind, bereit, seinen Segen zu empfangen. Der Bogen bürgt für Gottes Treue. Gottes Gnade und Treue offenbaren sich gerade da, wo es Regen, das heißt widrige Umstände gibt. Wir wollen doch nie dem Regen erlauben, uns die Sonne der Hilfe Gottes zu verhüllen« (H.E. Alexander). (Lies Jes. 66,1.2; 1.Kor. 10,13; Hebr. 12,2.3.) Der Regenbogen spannt sich weit über die Erde, weit über menschliche Maße hinaus. Ein Zeichen für den weiten Raum, in den unsere Füße gestellt sind, für den weiten Horizont, unter dem wir leben dürfen. »Deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.« Immer, wenn wir den Regenbogen erblicken und uns an seinem strahlenden Licht freuen, dürfen wir wissen: Gott denkt an mich, an seinen Bund mit mir. Zugleich erinnert uns der Bogen an die Herrlichkeit um den Thron Gottes, zu dem wir Zugang haben. »Laßt uns mit Zuversicht dem Gnadenthron Gottes nahen, damit wir als schon Begnadigte neue Barmherzigkeit erlangen und weitere Gnade finden zu unserer rechtzeitigen Hilfe« (Hebr. 4,16; lies Jer. 17,12).

Und wo die dunklen Wolken ziehn, da setzt er seinen Bogen hin
und läßt uns Leuchten schauen. Er hat dich lieb, so ruh du still;
siehst du auch nicht des Weges Ziel, du kannst dem Herrn vertrauen!

 
6. Februar
1.Mose 9,16; Hesekiel 1,26-28
Der leuchtende Regenbogen erinnert mit seinen Farben an das Licht um den Thron Gottes. Wir wissen wenig von der unsichtbaren Welt, aber Hesekiel versuchte in Worte zu fassen, was er von Gottes Thron erblickte: »Oben über dem Himmelsgewölbe, da war es anzuschauen wie Saphirstein, etwas, das einem Thron glich, und auf dem Thron war eine Gestalt zu sehen, und strahlendes Licht war um ihn her. Wie der Bogen aussieht, der am Regentag in den Wolken ercheint, also war auch der Glanz anzusehen. So war das Aussehen der Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn.« (Vgl. Dan. 7,9.10.) Auch in der Offenbarung begegnet uns der Regenbogen. Der Gang der Endgerichte wird in Offenbarung 10 unterbrochen, um einer tröstlichen Einschaltung Raum zu machen: Johannes sieht einen Engel vom Himmel herabkommen, in dem wir nach der gegebenen Dartellung Jesus Christus selbst erkennen. Er ist ja der Engel des Bundes, nach dem das Volk Israel ausschaut (Mal. 3,1). Der Regenbogen, der an Gottes große Gnade und seine Treue der ganzen Erde gegenüber erinnert, wölbt sich über seinem Haupt. Jesus, unser Herr, ist zu allen Verheißungen Gottes das Ja und das Amen! »Die auf ihn blicken, werden erfreut!« (Lies 2.Kor. 1,20; Ps. 34,6; 84,12.13; Offb. 1,16.) Martin Luther schreibt: »Sooft der Regenbogen sich sehen läßt, predigt er von Gottes Zorn, tröstet uns aber auch, daß wir es hinfort dafür halten sollen, Gott sei uns gut und gnädig und wolle hinfort solcher Strafe nicht mehr gebrauchen. Also lehret er zugleich die Furcht Gottes und den Glauben.« (Lies Joh. 3,16-18; 5,24.) »Darum soll der Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund.« Wieviel Trost gibt es, wenn wir uns beim Anblick eines Regenbogens an das erinnern, woran Gott gedenken will! Er will seines Bundes gedenken, aber unserer Sünden will er nie mehr gedenken. (Lies Jes. 43,25; Micha 7,18.19; Hiob 33,27.28.)

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7. Februar
1.Mose 9,16.17; Offenbarung 4,1-3
Der Regenbogen spricht von Gottes herrlicher Vollendung. Dieses Macht- und Treuezeichen Gottes weist hinüber in die unsichtbare Welt Gottes. Komme, was da wolle, Gott kommt mit uns und mit unserer Welt ans Ziel. Trotz drohendem Chaos verliert er die Fäden nicht aus der Hand. Zwar wird dieser Kosmos, der alte Himmel und die alte Erde, »vergehen« (Matth. 24,35; 2.Petr. 3,10; Offb. 20,11; 21,1.4), nicht aber der Friedensbund des Herrn. Es kommt die Zeit, in der es nicht nur eine erneuerte Erde geben wird, wie nach der Flutkatastrophe, sondern eine »neue Erde und einen neuen Himmel« (Jes. 65,17; Offb. 21,5). Der Regenbogen mit seiner dreifachen Bedeutung als Bewahrungszeichen, Treuezeichen und Vollendungszeichen kann uns im Glauben ermutigen und in Notzeiten trösten. Doch der Regenbogen erinnert auch an den heiligen Gerichtsernst Gottes. Gott ist in seiner unantastbaren Hoheit ernst zu nehmen und sehr zu achten. Wer es versucht, ihn für schwere und schmerzvolle Wege zur Rechenschaft zu ziehen, wie es einst der leidgeprüfte Hiob in seiner Verzweiflung tat, wird nur andere und sich selbst quälen, bis er Gott in seiner Unbegreiflichkeit anerkennt (vgl. Hiob 42,1-6). Gott will sich mit uns verbinden und verbünden. Noah gegenüber mußte Gott dreimal »das Zeichen des Bundes« hervorheben (V.12.13.17). Zum Schluß hören wir noch einmal auf ein Wort Martin Luthers: »Gott zeigt hier auf so mancherlei Weise seine Gutwilligkeit an und schüttet seine Barmherzigkeit mit sonderlicher Freude aus wie eine Mutter, die dem erzürnten Kinde so viel gute Worte gibt und lieblich mit ihm scherzet, bis es endlich des Weinens vergessen und ihr wieder zulachen muß.« (Lies 2.Kor. 4,17.18; 1.Petr. 1,6-9.)

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8. Februar

1.Mose 9,18-29; 2.Mose 20,12
Auch der »Heiligste« lebt von der Gnade Gottes.
Die namentliche Erwähnung der drei Söhne Noahs bereitet das nächste Ereignis vor. Als die große Flut vorüber war, war der Kampf der Menschen mit der Natur viel härter geworden. Der Ackerbau erforderte einen starken Krafteinsatz. Neben dem Ackerbau, den Noah von seinen Vätern her kannte (vgl. 1.Mose 4,2), »führte er die Bodenkultur einen Schritt weiter bis zum Weinbau. Der Weinstock hat seine Heimat in den Landschaften des östlichen Pontus und in Armenien. Von dort verbreitete er sich, zum Teil erst im Lauf der Geschichte, zu anderen Völkern« (Hj.Bräumer). Es mutet uns merkwürdig an, daß die Bibel uns als erste und einzige Tat nach dem Neuanfang ein Negativbeispiel aus Noahs Berufsleben vor Augen führt. Warum wurde es festgehalten? Die Bibel ist nüchtern und sieht den Menschen, wie er ist. Auch ein Mensch, von dem gesagt wird, er »lebte mit Gott«, »er tat nach allem, was Gott ihm geboten hatte«, auch der Mensch, der sich vom Herrn retten ließ und der Gottesdienste feiert wie Noah, kann, wenn er nicht wach ist, von einer bösen Leidenschaft gepackt und fortgerissen werden. Oft wird uns zugerufen: »Wachet!« »Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung kommt; der Geist zwar ist willig, aber das Fleisch ist schwach!« (Lies 1.Petr. 5,8.9; 2.Kor. 2,11; vgl. 1.Mose 12,10ff; 20,1ff; 27,1ff; 2.Sam. 11,1ff; 1.Kor. 5,1.2.) Wenn wir unsere Schwachstellen entdecken, ist es wichtig, daß wir sie nicht verdrängen, sondern bekennen und den Herrn um Bewahrung und Befreiung bitten. Dann kann uns geholfen werden! »Wohl dem, der Gott allezeit fürchtet! Wer aber sein Herz verhärtet, der wird ins Unglück fallen.« (Spr. 28,14; lies Joh. 8,31-36).


9. Februar
1.Mose 9,20-24; Sprüche 23,29-35
»Noah war der erste, der einen Weinberg anlegte. Als er von dem Wein trank, wurde er betrunken.« Die beschämende Geschichte Noahs bietet Anlaß, über die Wirkung des Alkohols nachzudenken. So wertvoll und gesundheitsfördernd der Genuß von Trauben ist, so helfend für Kranke und Schwache etwas Wein sein kann, so liegt doch die Gefahr äußerst nahe, daß zu viel davon getrunken wird. Wie bei allen Genußmitteln, so trifft das auch auf den Umgang mit alkoholischen Getränken zu: Das Böse beginnt oft mit der Übertreibung des Guten. Vorsicht und Wachsamkeit muß die Grenze merken und auf Gottes Warnungen achten. Am Schluß der Sprüche heißt es: »Es ziemt sich für Könige nicht, Wein zu trinken, noch für Fürsten der Hang zu berauschendem Getränk! Sie könnten über dem Trinken das Gesetz vergessen und ein falsches Urteil fällen« (Spr. 31,4.5). Vor der Flut war Noah stark wie ein Fels einer ganzen Menschheit gegenüber, die sich berauschte an den Kulturschöpfungen des eigenen Geistes (1.Mose 6,5-8). Doch der gleiche Noah fiel, als er Weinstöcke pflanzte. Es liegt eine Tragik darin, daß jeder von uns zu Fall kommen kann. Paulus schreibt den Korinthern: »Wer da meint, daß er stehe, der sehe wohl zu, daß er nicht zu Fall komme.« Daß Alkohol eine gefährliche Wirkung hat, das weiß heute jeder. Er kann berauschen, betäuben, entkräften, entehren und enthemmen. (Vgl.1.Mose 19,32ff; Spr. 20,1; Jes. 28,1.2.28.) Interessant ist, daß im Alten und Neuen Testament Menschen öffentliche Zeichen gesetzt haben gegen den Mißbrauch des Alkohols, indem sie bewußt auf dieses Rauschmittel verzichteten. (Lies 3.Mose 10.9.10; 4.Mose 6,1-3; Richt. 13,4.7; Jer. 35,1ff; Dan. 1,8.) Was tun wir Christen heute? Bemühen wir uns, durch unser Verhalten weder uns selbst noch anderen zu schaden? (Lies Luk. 21,34; Röm. 13,12-14; Eph. 5,18.)


10. Februar
1.Mose 9,21-24; 1.Mose 18,19
Eine ganz unterschiedliche Geisteshaltung zeigte sich bei den Söhnen Noahs. Für das gemeinsame Leben in Familie und Gemeinde erhalten wir in diesem Abschnitt, gewissermaßen zwischen den Zeilen, hilfreiche Hinweise: Ein erster Hinweis: die Bemühung um eine gottgefällige, gerechte und ausgewogene Erziehung unsrer Kinder. Noah orientierte sein Leben am Willen Gottes (1.Mose 6,22; 7,5). Er »war ein rechtschaffener Mann« und lebte in enger Verbindung mit Gott. Unter seinen Zeitgenossen fiel er durch seine vorbildliche Lebensführung auf (1.Mose 6,9). Gerade in einer Zeit, die als sündenverseucht galt (1.Mose 6,1-5.11), bewährte er sich als Mann Gottes, der die Menschen zum Gehorsam gegen Gott aufrief (2.Petr. 2,5). Eltern wirken mehr, als sie ahnen, durch das Vorbild; Kinder merken, ob sie sich der Autorität Gottes unterstellen oder nicht. (Vgl.2.Kön. 15,2.3.8.9; 18,1-3; Eph. 6,4.) Als Vater von drei Söhnen war Noah verantwortlich für ihre Erziehung. Er wird sie in der Ehrfurcht vor dem heiligen und liebenden Gott erzogen haben. Es war wichtig, daß sie von allem hörten, was Gott bisher getan hatte (1.Mose 1-5; vgl. Ps. 44,2; 78,2-7). Seit der Geburt Sets, Adams drittem Sohn, »rief man den Namen des Herrn an«. Wir können sicher sein, daß Noah auch mit seiner Familie betete und sie Gebetserhörungen erlebten. - Ein zweiter Hinweis: die Verantwortung jedes Menschen, mit dem, was er von Gott gehört hat, richtig umzugehen. Noahs Söhne Sem, Ham und Jafet bekamen eine an Gott orientierte Erziehung. Doch wie unterschiedlich ist ihre Entwicklung verlaufen. Es bleiben Rätsel, doch es ist unzweifelhaft klar: Jeder Mensch ist von Gott geliebt! Jeder muß selbst entscheiden, wer Herr seines Lebens sein soll. Jeder muß sein Leben einmal vor dem Herrn des Lebens selbst verantworten. (Lies Hes. 18,20.21; Röm. 14,12.)


11. Februar
1.Mose 9,20-23; 2.Mose 20,12
Ein dritter Hinweis: der gottgemäße Umgang mit der Sünde des Nächsten. Bedecken, nicht aufdecken! Wer Gott nicht fürchtet, schreckt nicht davor zurück, schadenfroh, vielleicht sogar gehässig die Schwäche anderer aufzudecken. Als Ham seinen Brüdern berichtete, wie er den Vater erlebt hatte, ging es ihm nicht um Hilfe für Noah, sonst hätte er seinen Vater zugedeckt. Er hatte vielmehr Freude an der Verfehlung des Vaters. Durch sein Verhalten kam Hams Herzenshaltung zum Ausdruck. Er hatte innerlich einen anderen Weg als Noah gewählt. Ohne Gottesfurcht fehlte ihm auch die Ehrfurcht dem Vater gegenüber. »Ehre deinen Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Eltern nicht.« »Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat.« (Lies 5.Mose 27,16; Spr. 6,20-23; Matth. 15,4.) Gottes Liebe, die auch Versagern gilt, haben die Brüder Sem und Jafet, ganz anders als Ham, in ihr Tun einbezogen. Sie sind darin vorbildlich, wie sie an der Liebe und der Ehrfurcht ihrem Vater gegenüber festhielten. Den Blick von der Verfehlung Noahs abgewandt, nähern sie sich dem Gestrauchelten und geben ihm so seine Würde wieder. (Vgl. Luk. 10,27.30-37.) »Liebe deckt eine Menge von Sünden zu« (1.Petr. 4,8b). Wer wirklich liebt, der deckt nicht auf, er bedeckt Fehler, soweit es zu verantworten ist; er macht sie nicht bekannt. Er spricht nicht mit Menschen über das Versagen des andern, er spricht mit Gott darüber. Ihm können wir alles sagen, ihn dürfen wir vor allem um die Zurechtbringung dessen bitten, der vom rechten Weg abgewichen ist. Wirkliche Liebe handelt mit Taktgefühl, sie wird uns befähigen, dem Versager so zu begegnen, daß wir ihm im rechten Augenblick die rechte Hilfe geben können. (Lies Gal. 6,1.2.)

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12. Februar
1.Mose 9,24-29; Psalm 51,9-14
»Als Noah erwachte« und erfuhr, was sich zugetragen hatte, was mag er da empfunden haben? Es ist erstaunlich, daß Gott ausgerechnet den Versager gebrauchte, um Sem, Ham und Jafet eine Botschaft zu bringen. Gott ist ganz anders! Er nimmt schuldige Menschen, wenn sie »erwachen und erkennen«, wieder gnädig in seinen Dienst. »Nur erkenne deine Missetat!« »Kehre um zu dem Herrn, so wird er sich erbarmen, und zu unserem Gott, denn er ist reich an Vergebung« (Jer. 3,13; Jes. 55,7). Von der vergebenden Liebe Gottes wird uns noch an vielen Stellen der Bibel gesagt. (Vgl. zum Beispiel Joh. 18,17.25.27 mit Joh. 21,15-19; - Apg. 7,59; 8,1.2; 9,1-6 mit 1.Tim. 1,12-14; - Apg. 13,13; 15,38.39 mit 2.Tim. 4,11.) Noah darf »Prediger der Gerechtigkeit« bleiben, Prophet Gottes, der in seinem Namen Fluch und Segen ausspricht. »Als Noah den ganzen Vorgang in seiner wiedergewonnenen Herzensstellung überblickte, eröffneten sich ihm neue Perspektiven für die kommende Entwicklung der Menschheit, wie er sie bisher nicht gehabt hatte. Noah fluchte nicht nur Ham und segnete nicht nur Sem und Jafet, sondern er sprach von den gegensätzlichen Entwicklungen, die erst in den Nachkommen in Erscheinung traten. Im göttlichen Licht sah er in gewaltigen Umrissen die Zukunft vor sich« (J. Kroeker). Noah hatte noch nicht den vollen Durchblick für das Heil Gottes. Aber er war sein ganzes Leben für Gottes Reden und Handeln offen. So legte seine vertraute Verbindung mit Gott trotz allem Versagen eine Segensspur bis in die Zeit, in der Gott ein neues Kapitel der Menschheit aufzuschlagen gedachte. Abraham, der Nachkomme Sems, erhielt die Verheißung: »In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.« In Jesus erfüllte sich diese Zusage. Nur er konnte das völlig Neue bringen. »Gehört ihr Christus an, so gehört ihr auch zu Abrahams Nachkommen und seid kraft der Verheißung Erben.« (Lies 1.Mose 22,17.18; Matth. 1,1; Gal 4,4-7.)


13.Februar
Philipper 3,1; 1.Thessalonicher 1,5
Unsere Sprache ist etwas Wunderbares. Kleine, unscheinbare Worte haben große Aussagekraft. Denken wir zum Beispiel an das Wort »aber«. Aber, so sagen wir, wenn wir Zweifel anmelden, etwas nicht glauben können oder nicht glauben wollen. Dann steht es in Verbindung mit einem Fragezeichen. Doch »aber« gebrauchen wir auch mit einem Ausrufezeichen. An vielen Stellen in der Bibel finden wir es so: »Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!« »Aber du, Herr, bist ein Schild um mich her!« »Alle Heiden umgeben mich, aber im Namen des Herrn will ich sie abwehren!« (Ps. 3,4; 31,15; lies Ps. 118,10-18). Es ist das »Aber des Vertrauens«, das gegen allen Augenschein, gegen alle Widerstände gesprochen wird. Auch der heutige Tag hat seine Gelegenheiten, das vertrauensvolle »Aber« auszusprechen. (Lies Ps. 34,20; 55,17.18; 94,19-23.) Neben dem »Aber des Vertrauens« finden wir das »Aber der Gewißheit«. »Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt.« »Aber ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben … uns je scheiden kann von der wunderbaren Liebe, mit der Gott uns liebt.« Wir dürfen mit Gewißheiten leben. Ungewißheit bereitet Unsicherheit und Angespanntsein. Das ist in den kleinen alltäglichen Dingen so und noch viel mehr in den wichtigen Fragen des Lebens: Woher komme ich? Wozu lebe ich? Wohin gehe ich? Wie kann ich dieses Leben bewältigen? Wenn wir zu Jesus Christus gehören, haben wir Gewißheiten im Blick auf die Vergangenheit, die Gegenwart und auch im Blick auf die Zukunft. Diese Gewißheiten gründen sich auf göttliche Zusagen. Gott will, daß wir wissende Leute sind, Leute mit Glaubensgewißheit! (Lies 1.Joh. 3,14; Luk. 10,20b; Röm. 8,28; Hiob 19,25.)

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14. Februar
Psalm 103,1-13; Psalm 51,5
Frohe Gewißheit im Blick auf ihre Vergangenheit haben Gottes Kinder. Vergangenheit ist die Zeit, die hinter uns liegt und die sich nicht zurückholen läßt. Mancher scheut den Blick zurück. Frühere Schuld steigt auf, Schuldiggewordensein an anderen bedrückt und belastet. (Lies Ps. 40,13; Esra 9,6; 1.Mose 42,21.) Gottes Wort spricht von der Gewißheit der Vergebung. Die Notwendigkeit der Vergebung in ihrem Leben erkennen allerdings nicht alle Menschen. Mancher hält sich für schuldlos, weil er meint, nie etwas »Schlimmes« getan zu haben. Fritz Binde schreibt dazu: »Es gibt viele Menschen, die nichts von Schuld in ihrem Leben wissen wollen. Kennen wir Sünde? Wissen wir von Sünde? Einige Stichproben, die uns Licht geben wollen: Wer weiß nicht, daß er schon gelogen hat? Wer weiß nicht, daß er schon begehrt hat, wo er nicht hätte begehren sollen? Wer weiß nicht, daß er im Grunde ein Scheusal von Selbstsucht ist? Wer weiß nicht, daß er an anderen Fehler aufs unbarmherzigste richtet, die er an sich selber aufs leichtfertigste entschuldigt? Wer weiß nicht, daß er gezürnt und gehaßt hat? Wer weiß nicht, wie ihn der Hochmut plagt? Wissen wir nicht alle von diesen Sünden, und tun nicht viele, als wüßten sie nichts davon?« (Lies Spr. 30,11-14; Jer. 2,35; Offb. 3,17.) Gottes Wort sagt, daß wir alle Sünder sind, ohne Ausnahme sind wir vor Gott schuldig. »Da ist kein Gerechter, auch nicht einer … Keiner ist da, der Gutes tue, auch nicht einer … Alle haben gesündigt und können so, wie sie sind, die Herrlichkeit Gottes niemals erreichen und erlangen.« (Lies Röm. 3,10-13; 1.Tim. 1,15; Ps. 106,6.) Aber wir müssen nicht Sünder bleiben. Jesus rettet und erlöst von Sünde. Bei ihm finden wir Vergebung unserer Schuld. »Wir werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist« (Röm. 3,23-25).


15. Februar
1.Johannes 1,7-9; Epheser 1,7.8
Die Sünde wiegt schwer in Gottes Augen. Er ist ein heiliger Gott, der die Sünde haßt, aber den Sünder liebt. In seiner Liebe hat er einen Weg gefunden, wie wir Vergebung der Sünde erlangen. Georg Steinberger schreibt: »Wer wissen will, wie schrecklich die Sünde ist, der richte seinen Blick nach Golgatha. Dort sehen wir Jesus im Todeskampf. Wir müssen ihn ansehen, dessen Rücken von den Geißelhieben zerrissen wurde, durch dessen Hände und Füße Nägel geschlagen wurden und der mit den Qualen des Todes rang. Dort sehen wir, was Sünde ist. Wer so unter dem Kreuz gestanden hat, der kann von der Sünde nicht mehr reden als von einem Fehler, der eben zum Menschsein gehört, sondern der erkennt, wie schrecklich Sünde ist. (Lies Jes. 53,5-12; 1.Petr. 2,24; 3,18.) Aber eben der Tod Jesu am Kreuz redet auch von der Gnade Gottes. Wollen uns die ausgestreckten Arme des Gekreuzigten nicht sagen, daß er alle, die ihre Sünden erkannt haben, einladen will? Und das Blut Jesu Christi redet es nicht? ›Es redet besser als das Blut Abels« (Hebr. 12,24; lies Hebr. 9,12-14). Für viele ist es hart, zuzugeben, daß sie Sünder sind, in denen nichts Gutes wohnt (Röm. 7,18.2.9). Aber für jeden, der sich zu seinem Verlorensein stellt, gibt es den Weg der Rettung: »Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr, Gott, erhör mein Rufen.« Wer so ruft, der wird erfahren, daß Jesus sich voll Erbarmen zu ihm neigt: »Deine Sünden sind dir vergeben« (Mark. 2,5). »In Ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.« »Wenn wir sagen: Wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit wohnt nicht in uns. Bekennen wir dagegen unsere Sünden, dann ist Gott treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von jeglichem Unrecht.« (Lies Jes. 55,6.7; Micha 7,18.19; Ps. 130,4; 78,38.)


16. Februar
Psalm 103,1-12; Hesekiel 36,25-27
»So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsere Übertretungen von uns sein.« Für manchen Christen ist es eine Not, daß vergebene Schuld ihn immer wieder anklagt und belastet. Zweifel im Blick auf die Vergebung der Schuld plagt ihn, er kann nicht festhalten, daß es wirkliche Vergebung gibt. In Psalm 103 sagt David, daß vergebene Sünde so weit von uns entfernt, so unerreichbar weit weggetan ist wie der Morgen vom Abend, der Osten vom Westen. Vergebene Schuld kann uns nicht mehr einholen. Endgültig ist sie ausgelöscht. »Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht mehr« (Jes. 43,25). Was für Gott nicht mehr vorhanden ist, darf auch für uns ausgelöscht sein. Wir wollen Gottes Wort nicht mißtrauen, als wäre es Menschenwort, das enttäuschen kann und oft nicht hält, was es verspricht. »Was Gott zusagt, das hält er gewiß!« »Herr, du bist Gott, und.« (Ps. 33,4; 93,5; 2.Sam. 7,28). »Ich vertilge deine Übertretungen wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel« (Jes. 44,22). Wenn Wolke und Nebel verschwinden, ist der Himmel rein und blau, ungetrübt, kein Schatten ist mehr, keine Verhüllung. Es ist das Wunder der Vergebung, daß wir in ungetrübter Verbindung mit Jesus unter einem solchen Himmel leben dürfen. »Lobe den Herrn, meine Seele … der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit.« »Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber es ist mir nicht vergolten worden. Gott hat mich erlöst, mein Leben erfreut sich des Lichts.« »Dem, der uns geliebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut … Ihm gebührt die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.« (Lies Gal. 1,4.5; Offb. 5,9-12.)


17. Februar
Johannes 9,25-34; Johannes 5,10-13
»Eines weiß ich, daß ich blind war und jetzt sehe.« Das Wissen um seine Heilung konnte dem Blindgeborenen niemand nehmen. Auch als die Pharisäer das Wunder untersuchten und ihn von Jesus abziehen wollten, blieb er sich sicher, daß ein Wunder ihn geheilt hatte. »Das ist verwunderlich, daß ihr nicht wißt, woher er ist, und er hat meine Augen aufgetan. Wir wissen, daß Gott die Sünder nicht erhört; sondern den, der gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er. Von Anbeginn der Welt an hat man nicht gehört, daß jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan habe. Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun.« - Genauso gewiß sprach Paulus von seinem Retter: »Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten, und ich bin der größte unter ihnen gewesen« (1.Tim. 1,15; lies Eph. 2,4.5.8.14; Kol. 1,12-14). Johannes war von den Glaubensgewißheiten des Heils so durchdrungen, daß man den ersten Johannesbrief auch das Buch der Gewißheit nennt. »Dieses habe ich euch geschrieben, daß ihr wisset, daß ihr ewiges Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.« So sicher der Blindgeborene wußte, »ich war blind und bin nun sehend geworden«, so sicher ist sich Johannes: »Wir wissen, daß wir aus dem Tod in das Leben übergegangen sind.« »Wir wissen, daß der Sohn Gottes gekommen ist, und er hat uns das Verständnis gegeben, so daß wir den Wahrhaftigen erkennen« (1.Joh. 3,13; 5,20; vgl. Joh. 3,16-18.36; 5,24). Auch Petrus schreibt im Blick auf die Erlösung voller Gewißheit: »Ihr wisset, daß ihr nicht mit vergänglichen Werten, mit Silber oder Gold erlöst seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blute Christi, des Lammes ohne Fehl und ohne Flecken« (1.Petr. 1,18.19; vgl. Apg. 2,38-41). Nicht auf Werke und nicht auf Gefühle stützt sich die Glaubensgewißheit, allein Gottes Wort und Gottes Tun ist unsere Sicherheit.


18. Februar
Matthäus 28,20; 1.Mose 28,15
Frohe Gewißheit für die Gegenwart kommt uns im letzten Vers des Matthäusevangeliums entgegen. »Ich bin bei euch alle Tage!« In welchem Zusammenhang finden wir diese Zusage, wem gilt sie? Unmittelbar voraus geht der Missionsbefehl Jesu an seine Jünger. Gilt diese Zusage dann nur Menschen, die in einem missionarischen Dienst stehen? Gewiß, sie könnten nicht Jesu Boten sein, ohne ihren gegenwärtigen Herrn und seine Verheißung. Aber dieses Wort gilt allen, die Jesus gehorchen und seine Aufträge und Verheißungen ernst nehmen. Jeder, der mit Jesus und für Jesus lebt, darf für sich persönlich nehmen: »Ich bin bei euch - bei dir - alle Tage.« Jesus sagt dieses Wort in unseren Alltag hinein. Es ist Gewißheit an jeden Tagesbeginn: Herr, du bist bei mir, du gehst mit mir in den neuen Tag. (Lies 2.Chron. 16,9a; Ps. 84,6-8; Jes. 45,2.) Wir erleben immer wieder Tage voll »bunter Anfechtungen«: In der Familie gibt es Auseinandersetzungen, Not. Wir werden von Arbeit überrollt. Schreckensnachrichten erreichen uns. Niemand ist da zu unserer Hilfe. David sagt in Psalm 23, was ihm Gottes Gegenwart bedeutete in Situationen, in denen er von Feinden bedroht und von Freunden verlassen war: »Der Herr ist mein Hirte … Ich fürchte kein Unglück, denn du bist mir!« Angst ist da - aber sie kann mich nicht überwältigen. »Ein Größerer ist mit uns!« Niemand muß allein durch die einsamen und dunklen Stunden seiner Tage gehen: »Ich bin bei euch alle Tage!« (Lies Ps. 23; 121; 2.Tim. 4,16.17.) Friedrich Traub, ein Pionier der China-Inland-Mission, gab seine Glaubensgewißheit in den Worten weiter:

Was wird der Tag mir bringen? Ich weiß es nicht
Doch weiß ich, Jesus gibt mir, was mir gebricht.

Er läßt mich nicht alleine, will's einsam sein.
Ich weiß, wie sich's auch wende, wir sind zu zwei'n.

So ruh ich Stund um Stunde in seiner Hut.
Was auch der Tag mir bringe, ich hab es gut.


19. Februar
Römer 8,28.29; 2.Korinther 4,17.18
Eine andere Gewißheit für die Gegenwart: Es geschieht nichts in unserem Leben, über dem Gott nicht wacht und das er nicht so hinausführen will, daß es uns zu ewigem Gewinn wird! »Wir wissen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen!« Wissen wir es? Glauben wir daran, daß nicht der Zufall oder ein unbekanntes Schicksal die Umstände unseres Lebens lenkt, sondern allein Gott? Er gestaltet unser Leben, und zwar auch dann, wenn wir Menschen am Werk sehen. Sie sind nur Werkzeuge, die er gebraucht, um sein Ziel mit uns zu erreichen. »Wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand« (Jer. 18,4; lies 5.Mose 33,3a; Jes. 64,7). Pastor Ernst Modersohn stellte einmal bei der Beschäftigung mit dem Wort aus Römer 8 zwei Fragen: »Bist du mit Gott zufrieden? Oder bist du immer wieder am Murren? Denke daran: Alles muß zum Guten zusammenwirken, muß zum Ziel führen. Schwierigkeiten bekommen ein anderes Gewicht, wenn wir diese Gewißheit haben und sie festhalten. Dann werden Schwierigkeiten zu Herrlichkeiten. Wer das begreift, der kommt zur Ruhe und verlernt zweierlei, was die Ruhe bisher störte, nämlich: das leidenschaftliche Wünschen und das leidenschaftliche Fürchten.« - Gott hat Segensabsichten mit seinen Führungen. Ob uns Notzeiten zum Gewinn oder Verlust werden, hängt von unserer inneren Haltung ab. Wenn wir ja sagen lernen und dadurch näher zu Jesus kommen, werden auch dunkle Wegstrecken zum Gewinn. Verlust entsteht dann, wenn wir beständig mit Klagen, Anklagen und Selbstmitleid beschäftigt sind. »Habt ihr vergessen, daß die Schrift mahnend zu euch Kindern Gottes sagt: ›Mein Kind, achte nicht gering und unterschätze nicht die Erziehung des Herrn; laß sie nicht achtlos an dir vorübergleiten. Andererseits ermatte und verzage aber auch nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst. Denn gerade den, den der Herr liebt, den erzieht er auch.« (Lies Hebr. 12,5-11; 5.Mose 8,5; Ps. 66,10; 1.Kor. 1,7.)


20. Februar
1.Johannes 5,14.15; Johannes 16,23.24
Noch eine Glaubensgewißheit für die Gegenwart: »Dies ist die Zuversicht, die wir zu Gott haben: Wenn wir etwas erbitten, das mit seinem Willen übereinstimmt, so erhört er uns. Da wir wissen, daß er uns hört, was wir nun auch erbitten mögen, so sind wir dessen freudig gewiß, daß wir die Erhörung unserer Bitten haben, die wir vor ihn brachten.« Diese Worte geben uns Sicherheit im Blick auf unser Beten. Immer wieder stoßen wir bei Menschen auf Unsicherheit, wenn es ums Beten geht. Wird Gott, der so groß und heilig ist, tatsächlich antworten auf das Gebet eines kleinen Menschen? David ist sich sicher, daß Gott der »Hörer des Gebets« ist. »Du erhörst Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir.« (Ps. 65,3). Er hat Erhörungen erlebt. Und kann nicht auch jeder von uns über Erhörungen berichten? Wir haben Jesus zur Rechten des Thrones Gottes - am Ort der Macht -, der hört und erhört! Das ist eine Gewißheit, die wir uns nicht verdunkeln lassen dürfen! In den vielerlei Stationen unserer Hilflosigkeit - im Zeitdruck, in Schwäche, im Ringen um den rechten Weg, im Gegenüber mit Menschen, - immer dürfen wir die Verbindung mit dem Höchsten aufnehmen. »Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt. Vom Himmel wird er Hilfe senden und mich retten« (Ps. 57,3.4; 56,4.5.10). »Gott liebt leere Hände«, sagt ein altes Sprichwort. Mit leeren Händen vor Gott, aber mit der Gewißheit: »Du erhörst Gebet!« Darum: »Laßt in allen Dingen eure Anliegen durch Gebet und Flehen vor Gott kundwerden, und zwar mit Danksagung!« »Wirf dein Anliegen, deine Last, auf den Herrn. Er selbst wird sich um dich kümmern! Er wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen« (Phil. 4,6; Ps. 55,23; lies Hebr. 10,19-22; Ps. 66,17-20).

Lege deine Last auf ihn, alle deine Not ihm sage!
Sein Herz hört auf deine Klage, o leg alle Last auf ihn!
(H.E. Alexander)


21. Februar
Psalm 91,1-16; Psalm 112,7
Unsere Gegenwart kennen wir, wie unsere Vergangenheit war, wissen wir. Die Zukunft liegt für uns noch im Dunkeln. Wir wissen nicht, was morgen ist, wir wissen nicht einmal, was die nächste Stunde bringt. Und doch: Wir haben auch im Blick auf die Zukunft Gewißheiten. Die Gewißheit, daß Jesus treu ist und uns nicht verläßt, dürfen wir immer haben. In seinem Wort hat er versprochen: »Ich will meine Hand nicht von dir abtun und dich nie im Stich lassen. Also dürfen wir kühn und zuversichtlich sprechen: Der Herr ist mein Helfer, darum will ich mich nicht fürchten!« (Hebr. 13,5b.6; lies 5.Mose 33,26.27; Ps. 27,1; 46,2-6). Als Jesus in den Himmel zurückkehrte, kamen zwei Boten Gottes mit der Nachricht zu den Jüngern: »Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in gleicher Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen in den Himmel« (Apg. 1,11). So gewiß Jesus zu uns kam als Kind in der Krippe, so gewiß wird er wiederkommen, um alle, die an ihn geglaubt haben, zu sich zu holen. Er hat seinen Jüngern versprochen: »Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß, wo ich bin, auch ihr seid.« Jesus kommt wieder - das ist unsere Hoffnung und Zukunftsgewißheit! »Durch zwei unabänderliche Tatsachen - unmöglich kann ja Gott lügen - sollten wir einen starken Trost besitzen, denn wir haben unsere Zuflucht darin gefunden, daß wir die vor uns liegende Herrlichkeitsaussicht im Glauben bereits in Besitz nahmen. Diese Zukunftsaussicht ist für unsere Seele wie ein sicherer Anker, der schon jetzt hineinreicht in das himmlische Allerheiligste« (Hebr. 6,18.19; lies 1.Kor. 15,20-23; 2.Kor. 5,1-5).


22. Februar
Titus 2,13; Jakobus 5,8.9
Die Zukunft bringt uns Jesus, er ist der, »der da ist, und der da war, und der da kommt«. Heute ist er unsichtbar bei uns, aber er wird an dem von Gott bestimmten Tag für unsere Augen sichtbar wiederkommen. Wir wissen die Zeit nicht, wann dies geschieht. Es gehört zu unserem Menschsein, daß wir vieles nicht wissen. So völlig war Jesus »Menschensohn«, daß auch er das Wort aussprach: Ich weiß nicht. Er wußte den Terminplan des Vaters nicht, der ihn selbst betraf: »Von jenem Tag aber oder der Stunde weiß niemand, weder die Engel, die im Himmel sind, noch der Sohn, sondern nur der Vater.« »Es gebührt euch nicht, Zeit und Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat« (Mark. 13,32; Apg. 1,7). »Der Vater weiß«, sagte Jesus an anderer Stelle, und das soll auch uns genügen. Niemand kennt den Termin, von dem Paulus den Thessalonicherchristen schreibt: »Wir sind bekehrt, um dem lebendigen Gott zu dienen, und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten.« »Er selbst, unser Herr Jesus, wird mit göttlichem Befehlsruf vom Himmel herabkommen; seine Stimme wird wie die Posaune eines Erzengels ertönen, und die Posaune Gottes wird für uns erschallen« (1.Thess. 1,9.10; 4,13-18; 5,1-11.) Das Wissen, daß Jesus kommt, verwandelt unsere Tage. Leben in Erwartung gibt unserem leben bleibenden Sinn. Für viele Menschen ist es das Deprimierendste, daß sie keinen Sinn in ihrem Leben, ihren Leiden und Kämpfen sehen: Es lohnt sich ja doch nicht. Ich erwarte nichts mehr vom Leben. Trostlosigkeit und Resignation nehmen ihren Platz ein, wo man keine Zukunftserwartung hat. Wir haben eine Hoffnung, wir haben die feste Gewißheit: Jesus kommt! »Nur noch eine kleine Weile, dann wird er, der da kommen soll, erscheinen und nicht mehr auf sich warten lassen.« (Lies Hebr. 10,35-29; 13,13-16.)


23. Februar
Lukas 12,35-40; Kolosser 3,4
»Auch ihr nun, seid bereit, denn in einer Stunde, da ihr es nicht meint, kommt des Menschen Sohn.« Hoffnung setzt in Bewegung. Wenn wir auf Jesus warten, trägt unser Leben den Stempel des Aufbruchs. »Umgürtet eure Lenden, macht euch fertig zu rüstigem Vorwärtsschreiten und seid beständig in innerer Bereitschaft. Seht alles mit nüchternem Blick im Licht der nahen Ewigkeit und rechnet freudig auf die wunderbare Gnade, die euch bei dem Offenbarwerden Jesu Christi entgegenkommt« (1.Petr. 1,13). »Umgürtet eure Lenden!« Wie kommen wir diesem Befehl nach? Es gibt einen »Gürtel der Wahrheit«: das Wort Gottes. »So steht nun da, zum Kampf gewappnet, die göttliche Wahrheit umgürte eure Lenden.« Bis Jesus kommt, soll Gottes Wort der Maßstab sein, an dem wir uns ausrichten: »Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Pfade.« Nach dem Wort Gottes wird einmal alles gerichtet werden, wenn wir vor dem Herrn Jesus erscheinen und Rechenschaft über unser Leben ablegen müssen. (Lies Eph. 6,14; Hebr. 4,12.13.) Das Wort Gottes hat bewahrende Kraft. Es hilft, festzubleiben in der Zeit des Wartens, die immer mehr eine Zeit des Unglaubens, der Kompromisse, der Lüge ist. Gottes Wort will in unseren Tag hineinwirken. (Lies Ps. 119,105.142.151.160.) Gottes Wort ist auch ein Spiegel, der uns zeigt, wie Jesus uns sieht. »Ein jeglicher, der solche Hoffnung auf ihn im Herzen hat, der reinigt sich, gleichwie er rein ist.« »Viele werden sich reinigen und weiß machen und läutern« (1.Joh. 3,3; Dan. 12,10; lies 2.Kor. 7,1). Wir leben in einer Welt der Unruhe und Enttäuschung und großer Angst. In Jesus sind wir geborgen, bis er wiederkommt. »Wir warten darauf, daß sich unsere glückselige Hoffnung erfülle: vor aller Welt soll ja bald die Herrlichkeit unseres großen Gottes und unseres Erretters Jesus Christus in die Erscheinung treten.«


24. Februar
Hiob 19,25-27; 2.Timotheus 1,12b
»Aber ich, ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er auf der Erde stehen … Den werde ich mir ansehen, meine Augen werden ihn schauen, ohne ihm fremd zu sein.« Hiobs Gewißheit ist unsere Gewißheit. Wenn wir Jesus begegnen, sind wir ihm nicht fremd, unsere Namen sind ja jetzt schon im Himmel eingeschrieben. »Meine Lieben, wir sind jetzt schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber … wir werden ihn sehen, wie er ist!« Vieles ist noch verhüllt, unser Erkennen ist noch Stückwerk. Aber es wird Wirklichkeit werden, »was Gott verheißen hat denen, die ihn lieben«. Petrus schreibt: »Obgleich ihr Jesus noch nie mit euren leiblichen Augen geschaut habt, gilt ihm doch eure ganze Liebe, und ihr habt ihm euer Vertrauen geschenkt, wiewohl ihr ihn nicht persönlich vor Augen habt. Mit welch unaussprechlicher Freude aber werdet ihr jubeln, wenn ihr ihn seht und damit das Ziel eures Glaubens, das ewige Insicherheitgebrachtsein eurer Seele, erreicht haben werdet« (1.Petr. 1,8.9). Noch ist unser »Leben mit Christus verborgen in Gott. Wenn aber Christus, unser Leben, geoffenbart werden wird, dann werden auch wir mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit« (Kol. 3,3.4; 2.Thess. 1,10). Die Offenbarung gibt uns einen Blick in die Zeit der Vollendung, auf den Thron Gottes und des Lammes: »Seine Knechte werden ihm dienen, und sie werden sein Angesicht sehen, und sein Name wird an ihren Stirnen sein … Und er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiß und wahrhaftig.« (Lies Joh. 17,24; Offb. 7,14-17; 22,3-5; 21,3-5.) Wir haben Glaubensgewißheit im Blick auf unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft!


25. Februar
Markus 6,34-44; 1.Korinther 1,28.29
Wie man geben kann, wenn man eigentlich nichts hat
Jesus wollte sich mit seinen Jüngern an einen einsamen Ort zurückziehen. Man sah sie wegfahren, und »viele liefen aus allen Städten zu Fuß dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor«. Als Jesus »die große Menge sah, jammerte ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben; und er fing an, sie vieles zu lehren«. Am Abend kamen die Jünger in eine schwierige Situation. Jesus sagte ihnen angesichts der hungernden Menge: »Gebt ihr ihnen zu essen.« Sie besaßen fast nichts und sollten nun geben. Was waren fünf Brote und zwei Fische! So gut wie nichts in dieser Lage. Aber dann erfuhren sie, wie Jesus sie zu Gebenden machte, wie er vermehrte, was in seine Hand gelegt wurde. »Er sah auf zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie unter ihnen austeilten.« So wurde die Geschichte der hungernden Fünftausend zum Wunder. So wurde das Ungenügende, das »Zuwenig« der Jünger zur nicht endenden Fülle. Dieses Erleben will uns das Geheimnis erschließen, wie man geben kann, wenn man nur wenig, eigentlich nichts hat. (Lies Jer. 33,3; Luk. 6,38; Joh. 6,5.6; Eph. 3,20.) Fünf Brote und zwei Fische hatten die Jünger. Sie dachten sicherlich: Damit können wir nichts anfangen. Sind wir ihnen nicht recht ähnlich? Wir erkennen, daß wir geben sollten, aber wir sagen: Was habe ich? Ich bin selbst leer, müde, überfordert. Und so gehen die Menschen neben uns leer aus. Wahrscheinlich sind es nicht fünftausend, aber es sind einzelne, die mit einer Erwartung zu uns kommen und deren Bedürfnisse wir befriedigen sollen. (Lies Spr. 11,23; Jes. 58,7.10.) Jesus zeigt uns, wie man zum Gebenkönnen kommt, auch wenn nur ganz wenig vorhanden ist.


26. Februar

Markus 6,41; Psalm 121,1.2
Ein erster Schritt, den Jesus tut: »Er sah zum Himmel auf.« Nur in Verbindung mit dem Himmel konnten fünftausend Menschen versorgt werden. Hätte Jesus nicht immer die nahe Verbindung zum Vater gehabt und sie jetzt in besonderer Weise gesucht, dann hätten die fünftausend Menschen hungrig ihren Heimweg antreten müssen. Aber eines ist wichtig und zu beachten: Sobald wir unsere Arbeit routinemäßig, in Eile und Unabhängigkeit tun, fehlt das Wichtigste - das Mitwirken unseres himmlischen Vaters. Ohne ihn geschehen keine Wunder. Selbst als es um seinen Freund Lazarus ging, der schon vier Tage im Grab lag, konnte Jesus auf den Zeitpunkt des Vaters warten. »Sie hoben den Stein ab, da der Verstorbene lag. Jesus aber hob seine Augen empor und sprach: Vater …« Nur mit dem Vater konnte Jesus Lazarus auferwecken. »Nur wenn wir Jesus auch in diesem Punkt der Abhängigkeit von Gott nachfolgen, können wir dem Hunger der Menschen unserer Tage abhelfen. Unser spärlicher Vorrat würde niemals ausreichen für die großen Mengen. Aber wenn wir unsere Brote seinen Händen übergeben, zum Himmel aufschauen, damit sie von dort aus gesegnet werden, dann werden wir brechen und austeilen können, bis alle befriedigt sind und noch Brocken übrigbleiben« (F.B. Meyer). Es ist etwas vom Wesentlichsten für unser Leben, daß wir das Aufsehen auf Jesus, das Hören auf ihn, das Zusammengehen mit ihm hineinnehmen in unseren Alltag. »Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.« Wir brauchen immer wieder eine neue Kraftzuwendung von ihm, eine neue Berührung vom Vater. »Wahrlich, es hat Israel keine Hilfe denn am Herrn, seinem Gott.« (Lies Hebr. 11,27; 12,2.3; Ps. 123,1; 2.Chron. 20,12ff; Jos. 5,13-15.)


27. Februar
Markus 6,41; Hebräer 11,6
Der nächste Schritt: »Jesus dankt!« Im Danken liegt die Gewißheit der Erhörung. Jesus war sich der Erhörung sicher. Zu sehen waren allerdings nur die hungernden Fünftausend und das Zuwenig bei den Jüngern. In einer solchen Situation ist Danken ein Akt des Glaubens. »Ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen.« Ist es nicht befreiend, daß man angesichts des noch ungelösten Problems danken kann und danken soll? Der Vater ist da, der das schwerste Problem lösen kann - wenn es sein muß, tut er es durch ein Wunder. (Lies Ps. 35,15-19; 57,1-11; Dan. 6,10.11.) Mit der Herausforderung der Fünftausend bleibt uns nur der eine Weg: Aufsehen und Danken. Laßt uns danken, daß wir ihm unsere Probleme übergeben dürfen. Laßt uns danken, daß für die Bedürfnisse der nach Leben hungernden Menschen Hilfe da ist. Danken, daß er auch für andere Probleme »mächtig zu helfen« ist (Jes. 63,1; 41,10). Jesus hat in das Zuwenig seine Fülle gegeben. Daß das auch heute erfahrbar ist, dafür wollen wir ihm danken, auch wenn die Erhörung noch nicht zu erkennen ist. Solange wir danken, gelingt es dem Feind nicht, uns in Verzagtheit und Unglauben hinabzustürzen und darin gefangenzuhalten. In ausweglosen Lagen, wenn das Wissen, daß ich nichts habe, mich zu Boden drücken möchte, ist Danken der Schritt, der dem Wundertun Gottes die Bahn bereitet. »Wer Dank opfert, der preiset mich, und ich werde ihm zeigen mein Heil« (Ps. 50,23; lies 2.Chron. 20,22; Joh. 11,41.42; Apg. 16,25.26). Üben wir uns im Danken! Wir werden merken, daß Danken hilft, ein Gebender zu sein - Zuversicht und Freude in eine mit Sorgen und Angst erfüllte Atmosphäre zu bringen. »Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, denn seine Güte währet ewiglich … Danket dem Herrn aller Herren, denn seine Güte währet ewiglich. Der allein große Wunder tut, denn seine Güte währet ewiglich« (Ps. 136,1-4).


28. Februar
Markus 6,41-44; Johannes 12,24
Der dritte Schritt ist: Jesus brach die Brote. »Jesus blickte zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie unter ihnen austeilten.« Das Wenige, das ihm die Jünger gaben, brach er, um die vielen zu speisen. Wir benützen manchmal den Ausdruck: Gebrochenes Brot! Was meinen wir damit? Denken wir an das Wort, das Jesus in den Mund gelegt wird: »Einen Leib hast du mir bereitet, den ich dir darbringen kann.« Das Brot, das vom Himmel kam, wurde gebrochen, um uns Leben zu geben. (Lies Hebr. 10,5ff; Joh. 6,48-51.) Der Apostel Paulus weist darauf hin, daß zuerst gebrochen werden muß, was Gott gebrauchen kann: »Allezeit tragen wir das Sterben Jesu an unserem Leibe, damit auch das Leben Jesu offenbar werde.« (Lies 2.Kor. 4,7-12; 1.Kor. 15,31.) Es gibt jeden Tag Gelegenheiten, wo dieses Brechen an uns geschehen soll. Ein heftiges Wort, ein Vorwurf, eine Zumutung, eine Verwundung, die bis ins Innerste Schmerzen bereitet - was machen wir damit? Bäumen wir uns auf? Ärgern wir uns? Bemitleiden wir uns? Vielleicht steht eine Aufgabe vor dir, der du dich entziehen möchtest, weil du Angst hast und dich vor dem Versagen fürchtest. Laß deine Angst und deinen Widerstand brechen! Brechen ist etwas Heiliges. Der himmlische Weingärtner tut es selbst an seiner Rebe, nur vordergründig sind Menschen daran beteiligt. »Mein Vater ist der Weingärtner. Eine jede Rebe, die Frucht bringt, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht bringe« (Joh. 15,3). Wenn wir ungebrochen bleiben, bedeuten wir nichts. Zerbrochenwerden tut weh, es kann Wunden geben. Aber »gebrochenes Brot« kann Jesus vermehren und austeilen. Als Marias Nardenflasche »zerbrochen« wurde, erfüllte der Duft das ganze Haus, und Jesus wurde erquickt. (Lies Mark. 14,3; Ps. 34,19; 51,19; 84,6; 147,3; 2.Sam. 15,21; 16,10-12.)


29. Februar
1.Mose 9,5-7; 2.Mose 21,12-14
Vor Noah lag eine Welt mit den größten Entfaltungsmöglichkeiten, mit den reichsten Schätzen, mit einer Überfülle von Leben. Alles war für ihn und seine Nachkommen bestimmt, alles stand zu seiner Verfügung. Eine Ausnahme stellte Gott klar heraus: Über seinen Mitmenschen, der nach Gottes Bild geschaffen ist, hat der Mensch kein Verfügungsrecht. Er ist Gottes Eigentum. Als Ebenbild Gottes hat der Mensch eine Würde wie sonst kein Geschöpf: »Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst?« (Ps. 8,5.7). Gott selbst stellte das Leben der Menschen in einen unantastbaren Schutzraum. Es ist seine heilige Anordnung, daß sowohl im Alten wie im Neuen Testament das Gesetz gilt: »Wer Menschenblut vergießt, durch Menschen soll sein Blut vergossen werden.« Jesus bestätigte diese Verordnung Gottes, als er zu Petrus sagte: »Stecke dein Schwert in die Scheide, denn wer zum Schwert greift, wird auch durchs Schwert umkommen« (Matth. 26,51.52). Er hat in der Bergpredigt auf diese ernste Verordnung Gottes hingewiesen und für die neutestamentliche Gemeinde eine Ergänzung hinzugefügt: »Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rates schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig … Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist« (Matth. 5,21-26). »Herr, schenke mir heute viel Umgangsgnade für jeden Menschen, der mir begegnet! Reinige meine Motive und hilf mir, den Nächsten nicht zu richten, sondern aufzurichten!« (Lies Matth. 7,1-5; 1.Joh. 3,15.16; Gal. 5,14.15; Röm. 12,10; Kol. 3,13.)


30. März
1.Mose 6,18; 9,8-11
Der Herr richtet seinen Friedensbund auf
Wir haben gesehen, daß Gott der Herr des Lebens ist. Darum setzt er der Tötung von Tieren eine Grenze (V.3.4). Darum nimmt er Menschenleben in seine Obhut (V.5.6). Darum bettet er die Schöpfung in seinen lebendigen Segen ein (V.1.7). Nun garantiert er in einem besonderen Bundesschluß den Fortbestand allen Lebens. Dieser Gottesbund ist sein hochherziges Gnadengeschenk. Man braucht wache Sinne dafür: »Siehe«, mach die Augen auf, achte sorgfältig auf meine Zusage! »Siehe, ich richte meinen Bund mit euch auf und mit euren Nachkommen nach euch, daß nie mehr alles Fleisch ausgerottet werden soll durch die Wasser der Flut, und nie mehr soll es eine Flut geben, die Erde zu vernichten.« Fünfmal in der Heilsgeschichte hat Gott mit Menschen einen Bund gemacht. Dabei hatte jeder Bundesschluß sein eigenes Gepräge. Der Bund mit Noah war schwerpunktmäßig ein Friedensbund. Mit Abraham schloß Gott einen Glaubensbund zum Wachstum des alttestamentlichen Gottesvolkes (1.Mose 17,2ff). Den Bund Gottes mit Mose kann man als Heiligkeitsbund bezeichnen (2.Mose 19,5-8; 24,8; 34,27) und den mit David als Anbetungsbund (2.Sam. 7,4-17; 23,1.5; 2.Chron. 13,5). Der endgültige und immerwährende neue Bund, den Gott in seinem Sohn Jesus Christus aufgerichtet und geschlossen hat, bildet als Erlösungsbund Krönung und Überbietung aller Bundesschlüsse (Hebr. 8,7-13; 9,11-26). In dem neuen Bund mit Jesus erleben wir: Vergebung aller Sünden, frohe Gewißheit, von ihm angenommen und stets bei ihm willkommen zu sein, Stärkung, Entlastung von Sorgen, Trost und Geborgenheit, immer wieder neuen Glaubensmut, Tragkraft, Geduld und Liebe, Zubereitung für die Ewigkeit. (Lies Röm. 16,25-27; Jud. 25.)


31. März
1.Mose 9,11-16; Jesaja 54,10
Zum Bundeswort fügt Gott das Bundeszeichen. Er hielt es für ratsam und hilfreich, weil er um unser Unvermögen und unsere Neigung zum Kleinglauben weiß, sein königliches Wort mit einem Hoheitszeichen zu krönen. »Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt, der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.« Wenn Gott seinem Bundeswort bestimmte Zeichen hinzufügt, dann nicht, weil sein Wort ohne Zeichen unvollkommen oder weniger kraftvoll wäre. Im Gegenteil! Gottes Bundeszusagen sind so einzigartig, herrlich und wunderbar, daß wir sie nicht fassen können. Darum gibt er uns seine größten Bundesversprechen zum Anschauen und Schmecken (vgl. Ps. 34,9; 1.Petr. 2,3). Als erstes Bundeszeichen wählte Gott das Naturphänomen des Regenbogens, »diesen farbigen Glanz der hervorbrechenden Sonne auf der abziehenden Wolkennacht« (Delitzsch). Zwischen Himmel und Erde weit ausgespannt, häufig den Gesichtskreis des Betrachters überbietend, verkündigt der Regenbogen die weitherzige und überragende Güte Gottes. Es ist, als ob Gott, für alle sichtbar und lesbar, mit eigenhändiger Unterschrift bestätigen wollte: Das Schlimmste ist überstanden. Die Dunkelheit vergeht, die Sonne durchbricht alle Schwärze. Sie läßt das Grau in Grau der bedrohlichen Wolkentürme in einem anderen Licht erscheinen. Faßt neuen Mut; denn ich, der Herr, bin euch gut. »Es soll nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind«; ich richte meinen Friedensbund mit ihnen auf. »Herr, du unser Gott, kein Gott weder im Himmel droben noch auf der Erde unten ist dir gleich, der du den Bund und die Güte deinen Knechten bewahrst, die mit ganzem Herzen vor dir wandeln« (Jes. 8,23-9,1; 1.Kön. 8,23.24; lies 5.Mose 7,7-9; Ps. 89,2.3).





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