Baptisten Gemeinde Christus Liebe Geschister,
Bei meiner Predigt im Januar (15ter) haben wir uns mit
dem Thema Liebe befasst. Gott hat seine
Jünger aufgefordert einander mit „Agape“-Liebe zu lieben. Die Grundlage für diese Art der Liebe ist,
dass wir uns ganz bewusst entscheiden eine andere Person zu lieben. Deshalb wird diese Art der Liebe, im
Gegensatz zu „Phileo“-Liebe nicht von Gefühlen und Sympathie mitbestimmt. Interessanterweise, hat Jesus Seine Jünger
und damit jeden wiedergeborenen Menschen aufgefordert einander mit „Agape“-Liebe
zu begegnen.
Wir sollen uns ganz bewusst entscheiden, unseren Bruder
und Schwester im Herrn und auch einen Ungläubigen „Agape“ zu lieben. Den dazugehörigen Bibelvers finden wir in Joh
13,34:
Joh 13:34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr
einander liebet; dass, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebet.
Wenn wir in diesen Bibelvers das dazugehörige Wort für
Liebe mit einfügen, liest sich der Vers wie folgt:
Joh 13:34 Ein
neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander “Agape”-liebet; dass, wie ich euch
“Agape”-geliebt habe, auch ihr einander “Agape”-liebet.
In diesem Vers sagt Jesus uns, dass wir von Gott
„Agape“-geliebt werden. Stellen wir uns
für einen Moment vor, Gott würde uns ausschließlich „Phileo“-lieben. Bei unserem Sündenregister, bei unserer
Vernachlässigung und Verleumdung von Gott, würde es schlimm um uns stehen, wenn
Gott uns nur „Phileo“-lieben würde. Für
einen (wirklich) wiedergeborenen Menschen ist an dieser Stelle größte Demut
angesagt. Der Gott, gegen den wir
permanent sündigen, ist trotzdem
willig, uns als Seine Kinder zu adoptieren.
Ohne „Agape“-Liebe, ohne das Gott sich ganz bewusst für mich
entscheidet, wäre dies unmöglich.
Die Predigt im Januar habe ich mit den Worten
abgeschlossen, dass ein wiedergeborener Mensch daraus großen Mut schöpfen
kann. Der Gott, gegen den ich immer
wieder sündige „Agape“-liebt mich trotzdem.
Interessanterweise, bekam ich genau auf dieses „trotzdem“
eine Rückmeldung. Der Einwand lautete
etwa folgendermaßen: Dieses „trotzdem“
erinnert mich immer wieder daran,
dass ich ein Sünder bin. Dass ist aber
eher deprimierend. Ich fühle mich nicht
wohl, wenn ich immer wieder daran erinnert werde, dass ich ein Sünder bin.
Dies Rückmeldung hat mich einige Tage sehr beschäftigt. Ich weis nicht ob, es der Person, die dies
gesagt hat, bewusst war oder nicht.
Aber letztlich kam bei mir die
Botschaft an: „Ihr dürft mir alles von
der Bibel erzählen, solange ich mich dabei nicht schlecht fühle.“ Wenn jemand in dieser Richtung denkt, dann
sagt er/sie im Grunde genommen: Mein
wohlfühlen steht im Mittelpunkt und ist der Maßstab dafür was ich hören will
und was nicht. Oder noch vereinfachter
ausgedrückt. Dann ist es nicht mehr weit
bis: Ich stehe im Mittelpunkt meines
Lebens.
Ist man in dieser Richtung erst einmal unterwegs, öffnen
sich dem Teufel „neue“
Möglichkeiten. Dann sind
Gottesdienste dazu da, dass ich mich wohlfühle.
Dann steht die Verkündigung von Gottes Wort und
Gott-in-den-Mittelpunkt-stellen nicht mehr dort, wo sie stehen sollte, nämlich
im Zentrum eines Gottesdienstes.
Deshalb überrascht es mich auch nicht, dass wir von einer
Besucherin die Rückmeldung bekamen, dass in unserer Gemeinde noch wirklich
großer Wert auf Verkündigung gelegt
wird, das bei uns noch Gottes Wort gelehrt wird. In anderen Gemeinden, die sie besuchte, war
dies viel weniger offensichtlich. Ohne
Frage, ein Mut machendes Kompliment für unsere Gemeinde, aber es stimmt schon sehr bedenklich, dass es andere Gemeinden gibt, bei denen dies
(scheinbar) nicht so der Fall ist!
Als Gemeinde wollen wir weiterhin diesen Weg gehen, wie
unser Gemeinde Motto es auch sehr deutlich ausdrückt:
„Jesus Christus
glauben—lieben—leben—lehren“
Wenn wir diesem Motto treu bleiben, sind wir auf einem
guten Weg.
Zu unserer Beziehung mit Gott gehören, so wie in jeder
Beziehung auch unsere Gefühle mit
dazu. Aber sie dürfen nicht zur
Drehscheibe unseres Lebens mit Gott und unseren Geschwistern werden. Deshalb fordert uns Jesus ausdrücklich auf,
einander mit „Agagpe“-Liebe zu lieben.
Entscheidest Du Dich immer wieder ganz bewusst zur „Agape“-Liebe. Dann wird das Gott
„Agape“-liebt-mich-trotzdem zu einer letztlich tröstenden und ermutigenden
Erinnerung daran, dass ich ein begnadigter Sünder bin!
Eurer
Bernhard
05. Februar 12. Februar 26. Februar Predigt-Themen 2011
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